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5 Vorurteile, warum 50Plus keinen Job mehr bekommt.

50Plus-Generation---Kopie Bildquelle: adobe/stock

„Tut mir leid, aber der Kandidat ist trotz seiner guten fachlichen Qualifikationen zu alt für uns" – und dann war das Telefonat auch schon beendet. Seit vielen Jahren in meiner Tätigkeit in der Personaldienstleistung treffe ich immer wieder auf das Thema „die Bewerberin/der Bewerber ist zu alt". Hingegen wird in Magazinen behauptet, „50 ist das neue 30". Diese Ansicht ist in der Arbeitswelt noch nicht angekommen. Hier beschreibe ich die Top 5 Vorurteile, warum 50Plus nicht eingestellt werden.

Vorurteil 1: 50Plus Mitarbeiter sind nicht lernbereit

​​Unternehmen investieren vor allem in jüngere Mitarbeiter. Denn Jüngere lernen leichter und schneller, so die weit verbreitete Meinung. Die Jungen sind anpassungsfähiger und können mit neuen Programmen oder technischen Neuerungen besser umgehen. Aber stimmt das wirklich?

Ja, die Generation 50Plus ist nicht mit Internet oder Handy Technik aufgewachsen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass hier kein Interesse besteht. Würden Unternehmen die Weiterbildung auch in erfahrenere Mitarbeiter fördern, wäre das kein Thema.

Gezielte Weiterbildung gepaart mit der Bildung von altersgemischten Teams, daraus kann profitiert werden. Strategisch gesehen täten die Unternehmen gut daran hier schnellstens umzudenken und jetzt schon in „ältere Mitarbeiter" investieren.

Leider fällt am Arbeitsmarkt das „Altwerden" in der Wertschätzung sehr niedrig aus. Die daraus resultierenden Folgen, wird man in 15 Jahren sehen - dann sind die jetzt Jungen auch alt.

Vorurteil 2: 50Plus verstehen sich mit jüngeren Kollegen und Vorgesetzten nicht

Ältere Kollegen lassen sich von einem jungen Vorgesetzten nichts sagen. Jüngere Vorgesetzte, haben Probleme damit, einem älteren Mitarbeiter Anweisungen zu geben. Die Zielgruppe 50Plus hat eigene Bedürfnisse.

Der Diversity-Ansatz besagt, dass Teams dann besonders erfolgreich sind, wenn sie aus unterschiedlichen Persönlichkeiten, Kulturen und Altersklassen zusammengesetzt sind. Jüngere Kollegen lernen von der Erfahrung ihrer älteren Kollegen. Diese wiederum haben die Chance neues Fachwissen von den Jüngeren zu bekommen – klingt doch nach einer win-win-Situation.

Am ersten Blick mag es aufwändig aussehen, für unterschiedliche Zielgruppen Personalentwicklungs- und Führungskonzepte zu überarbeiten, doch in der Summe wird sich der Aufwand lohnen.

​Vorurteil 3: 50Plus sind häufiger krank

Laut einer Umfrage glauben Manager, dass es älteren Beschäftigten an Ideen und Engagement fehle, sich keine Mühe mehr geben oder einfach keine Lust mehr haben und öfter länger krank feiern.

Die Statistik spricht da allerdings eine andere Sprache. Aus dem Bericht der österreichischen Sozialversicherung geht hervor, dass sich die Häufigkeit der Krankenstände kaum von jenen der Altersklasse 20-29 unterscheidet.

Die Generation Z verlangt viel von ihrem Arbeitgeber. Gemütliche work life balance mit überschaubarem Leistungsanspruch, Gleitzeit, Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, Sabbatical, mehr Urlaubstage, Teilzeitmodelle. Warum sollten diese Themen nicht auch für 50Plus Mitarbeiter interessant sein?

Vorurteil 4: 50Plus sind bald in Pension

​Das Pensionsantrittsalter wird in den nächsten Jahren steigen. Wer heute 50 Jahre alt ist hat noch mindestens 12-15 Jahre zu arbeiten. Der durchschnittliche Arbeitsplatzwechsel erfolgt in Österreich nach 6 Jahren.

In den 80er Jahren gab es in vielen Unternehmen die Möglichkeit des „golden hand shakes". In den letzten 15 Jahren kam die Möglichkeit der Altersteilzeit auf.

Meiner Meinung nach wird mit dieser Personalpolitik der Fokus auf den Ruhestand anstatt auf Engagement und Leistung gelenkt. Best Agers bereichern das Unternehmen mit Wissen, Kompetenz und Erfahrung. Jedes weitere Jahr, wo diese Erfahrung eingebracht wird, ist daher wertvoll. Für Personaler und Personalentwickler ist es daher ratsam, nachhaltige Personalentwicklung und eine wertschätzende Personalplanung zu betreiben.

Vorurteil 5: Hoher Altersdurchschnitt ist schlecht fürs Image

„Wir haben in unserem Unternehmen in den nächsten 3 Jahren 150 Pensionierungen". Na und? Menschen werden heute älter. Das Pensionsantrittsalter steigt in den nächsten Jahren. Die Bereitschaft länger zu arbeiten ist bei Vielen gegeben. Die Lehrlingszahlen sinken.

Fazit: Der Altersdurchschnitt in den Unternehmen wird steigen. Was wirklich alt und verstaubt ist: Die Einstellung, dass 50Plus für die Arbeitswelt unattraktiv ist. Es ist an der Zeit umzudenken! Gerne berate ich zu diesem Thema. Kontaktieren Sie mich und diskutieren Sie mit mir, wie sie die Generation 50Plus in ihre Organisation gewinnen können.

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