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Motivation für 50Plus – wie ist das möglich?

Motivation für 50Plus – wie ist das möglich? Bildquelle: adobe/stock

Oft findet man in Unternehmen langgediente Mitarbeiter, die sich durch den Arbeitsalltag quälen und nur noch die Tage bis zum Pensionsantritt zählen. Meist wirken diese missmutig und frustriert. Der Umgang mit diesen alteingesessenen Mitarbeitern ist für Führungskräfte und Kollegen oft mühsam. Leider werden sie deswegen oft gemieden. Dadurch entstehen Missverständnisse und ein schlechtes Betriebsklima, was in der Regel viele andere Probleme nach sich zieht. Haben Sie solche Mitarbeiter im Unternehmen? Aus meiner Sicht entsteht diese Demotivation hauptsächlich durch mangelnde Aufmerksamkeit der Führungskraft gegenüber diesen Mitarbeitern. Eine offene Kommunikation und die Möglichkeit einer kreativen Arbeitsplatzgestaltung kann zu einer Besserung der Situation beitragen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, BestAger aus ihrer verharrenden Position zu locken. Einige davon beschreibe ich nachstehend.

Werte von 50Plus Mitarbeitern aufgreifen

Für die Generation 50Plus sind Werte wichtig. Eine abgeschlossene Ausbildung, Zuverlässigkeit, Hausverstand, Loyalität und Pünktlichkeit zählen zu den wichtigsten Werten dieser Generation. Erkennt man das, können diese Wertvorstellungen in der Führung von 50Plus Mitarbeitern gut genutzt werden. Zum Vorteil beider Seiten. Ältere Mitarbeiter haben erfahrungsgemäß Spaß daran, den Jüngeren die Welt zu erklären. Sie lehren gerne. Meist haben sie ein umfangreiches Wissen. Sie verfügen über Erfahrung, wie es im Unternehmen läuft. Daher bietet es sich an, ältere Mitarbeiter zu fördern, dieses wertvolle Wissen weiterzugeben.

Potentiale fördern

In Gesprächen mit 50Plus Mitarbeitern hört man oft, dass sie nie den Anspruch, ihre Lebensträume auszuleben und sich ständig selber zu finden, hatten. Mitarbeitermotivation war in ihrer Jugend nur selten ein Thema. Persönliche Weiterentwicklung im Beruf fast unbekannt. Deshalb sind Unternehmen heute gefordert, die Potentiale der Generation 50Plus zu fördern und zu nutzen. Idealerweise wird dafür eine Plattform gegeben, wo der Austausch von Wissen und kreative Ideen Platz haben. Die richtigen Rahmenbedingungen und ausreichend Freiraum sind dabei erfolgsentscheidend. Umso schöner ist es dann zu beobachten, wenn die Best Ager damit beginnen, ihre Ideen, die sie bisher für sich behalten haben, einzubringen. Beide Generationen haben ihre Stärken. Durch die Förderung des Austauschs, können alle Generationen im Team voneinander profitieren.

Spaß und Erholung während der Arbeitszeit

Es gibt viele Möglichkeiten, um den Spaßfaktor am Arbeitsplatz zu erhöhen. Einige davon habe ich schon in unterschiedlichsten Unternehmen gesehen. Von Billard- und Fußballtischen bis Sitzsäcke und Powernapping-Loungen, gibt es zahlreiche Optionen wie sich Mitarbeiter, zwischen intensiven Arbeitsphasen, kurz und mit einem gewissen Spaßfaktor, erholen können. Diese Plätze oder Räumlichkeiten können auch als Begegnungszone der Generationen genutzt werden.

Gesundheit am Arbeitsplatz fördern

Angebote, um Mitarbeiter fit zu halten, gibt es viele. Was für alle Generationen wichtig ist, sind Rückenschulen, Stressmanagementseminare oder Entspannungsübungen zu erlernen. Präventiv und eine absolute Empfehlung von mir sind ergonomischer Arbeitsplätze. Höhenverstellbare Schreibtische, rückenstützende Schreibtischstühle, Sitzbälle, ergonomische Tastaturen, etc. tragen zum Erhalt der Gesundheit von Mitarbeitern bei. Ebenso wichtig ist es, Arbeitsabläufe auf Effizienz zu prüfen und gegebenenfalls neu zu organisieren. Wenn zum Beispiel Außendienstmitarbeiter regelmäßig, wegen der langen Autofahrten, über Rückenprobleme klagen, könnten diese vermehrt im Innendienst eingesetzt werden.

Altersgerechtes Lernen

Mit zunehmendem Alter fällt das Lernen manchmal schwerer. Das ist auch ganz natürlich, weil wissenschaftlich erwiesen ist, dass die Gedächtnisleistung im Alter sinkt. Als Führungskraft zahlt es sich daher aus, auf altersgeeignete Lehrmittel zurückzugreifen. Diese können genau auf die Zielgruppe abgestimmt und eingesetzt werden. Wichtig ist, dass die Führungskraft immer ein Auge darauf hat, dass niemand vernachlässigt oder durch den Lernerfolg anderer Mitarbeiter abgehängt wird. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es der älteren Generation manchmal schwerfällt, dies eigenen Lernprobleme anzusprechen. Manche verbergen es sogar, weil sie sich schämen. Andere haben Angst davor als nicht lernwillig oder als „zu alt dafür" stigmatisiert zu werden. In dieser Situation sind Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen der Führungskraft hilfreich. Mit einem offenen Gespräch, können weiterführende Probleme leicht vermieden werden.


Mein Fazit: Wenn Sie für Ihre BestAger geeignete Arbeitsplätze schaffen, profitiert ihr Unternehmen davon. Vielleicht mag ihnen dieser Aufwand überzogen vorkommen. Oder es fehlt das Budget dafür. Mit gutem Gewissen kann ich sagen: Den Wertzuwachs, der durch die höhere Leistungsbereitschaft und einen verstärken Wissensaustausch durch ihre BestAger erfolgt, ist deutlich höher und nachhaltiger als die investierte Geldsumme. Zudem steigt die Attraktivität Ihrer Arbeitgebermarke.

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